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21. April 2013

Fotograf: Giles Duley

Warum der Fotograf nach Afghanistan zurückkehrte, obwohl ihn eine Landmine fast das Leben gekostet hätte

Seine Mission ist es, auf das Schicksal anderer aufmerksam zu machen. Doch auf einmal ist der Fotograf Giles Duley selbst Teil dieser Geschichten geworden: In Afghanistan tritt der 41-jährige auf eine Mine – er verliert beide Beine und einen Arm. 
„Ich bleibe Fotograf“, sagt Giles Duley als erstes nach seinem Unfall. Seit Jahren verfolgt der Brite mit seinen Fotoreihen ein Ziel: Menschen zu zeigen, die unterunmenschlichen Bedingungen leben. Dazu reist er zum Beispiel nach Bangladesch, zeigt Flüchtlinge, die in einem Lager unter unsäglichen Umständen leben. Oder in die Ukraine, wo Straßenkinder um ihr tägliches Überleben kämpfen. 
„Wenn irgendwo bereits ein Fotograf ist, bin ich falsch“, sagt Giles Duley. In Afghanistan ist er mit amerikanischen Soldaten unterwegs, weil er es wichtig findet, zu zeigen, welcheAuswirkungen der Krieg auf diese Männer hat. Dabei passiert der Unfall. Mittlerweile hat Giles Duley 30 Operationen hinter sich. Und ist nach Afghanistan zurückgekehrt.
In einem Lazarett für verwundete Zivilisten dokumentiert er mit der Kamera, was der Krieg für diese Menschen bedeutet. Zum Beispiel für den 7jährigen Ataqullah, der auf dem Schulweg auf eine Landmine getreten ist und ein Bein verlor. „Wie soll ein kleiner Junge all das durchstehen, wenn mich das als Erwachsenen fast kaputt gemacht hätte?“ – Es sind Fragen wie diese, die Giles Duley darin bestärken, dass er gerade jetzt nicht aufhören darf, zu fotografieren... (Quelle: www.arte.tv)