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18. November 2012

Fotograf: Axel Hoedt

Der Fotograf Axel Hoedt und die Fastnacht

Eigentlich ist Axel Hoedt Mode- und Werbefotograf in London und alles andere als ein Fan der Fastnacht, der närrischen „fünften Jahreszeit“ im deutschen Südwesten. Dort ist der gebürtige Freiburger aufgewachsen, und all die maskierten, tobenden und grölenden Narren waren ihm als Kind eher suspekt. Er mochte das organisierte Brauchtum nicht.
Heute, aus der Distanz und mit Mitte 40, entdeckt er die Fastnachts-Tradition seiner alten Heimat neu und anders. Drei Wochen reiste Axel Hoedt während der „närrischen Tage“ durch Südwestdeutschland und fotografierte - jenseits der gängigen Klischees - die Maskierten mit ihren kunstvollen und aufwendigen Kostümen. Er bricht radikal mit der gängigen Bildsprache. Auf seinen Fotos gibt es keine wilden Luftsprünge vor Menschenmengen und romantischem Fachwerk. Kein tolles Treiben ist zu sehen, sondern Narren in ernster Pose, vor heller Leinwand, Wellblechgaragen oder im Wald. Immer wieder konfrontiert Hoedt die urigen, oft gruseligen Masken mit winterlich-starren Landschaften und erinnert damit daran, was die Fastnacht einst war: ein letztes rauschendes Fest vor dem Anbruch einer kargen Zeit - der Fastenzeit.
In seiner Wahlheimat London, wo der preisgekrönte Fotograf seit 1999 lebt, gilt die deutsche Fastnacht als „extrem exotisch“, sagt Axel Hoedt. „Der Aufwand bei so einer Fastnachtsfigur ist vom Zeitlichen her durchaus mit einem Couturedress zu vergleichen“. (Quelle: ARTE.TV)