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25. Juli 2012

Fotograf: Jürgen Schadeberg

Jürgen Schadeberg ist einer der ganz großen Fotografen der Gegenwart. Seine künstlerische Laufbahn umfasst ein halbes Jahrhundert dokumentarischer Fotografie. Er ist ein meisterhafter Chronist der Zeitgeschichte: Bereits seine Bilder des jungen Anwalts Nelson Mandela gingen um die Welt - und ein Vierteljahrhundert später sind seine Fotos des im Kampf gegen die Apartheid ergrauten Führers in seiner Gefängniszelle wieder überall abgedruckt worden.
   


Als Teenager machte Schadeberg eine Ausbildung zum Fotografen bei der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg. 1950 wanderte er nach Südafrika aus und wurde Fotograf, Bildredakteur und künstlerischer Leiter des Magazins "Drum". In dieser ersten Illustrierten für die schwarze Bevölkerung begann er, deren Lebens- und Arbeitsbedingungen zu dokumentieren. Er wurde zum Chronisten der Unterdrückung und des Befreiungskampfes während der Apartheid.
1964 verließ Jürgen Schadeberg Südafrika und zog nach London, wo er in den 60er und 70er Jahren als freiberuflicher Fotojournalist in Europa und Amerika für viele international renommierte Magazine tätig war. Seine Fotografien dieser Zeit sind eine weitreichende Mischung von sozialer, dokumentarischer Fotografie und beinhalten auch abstrakte Arbeiten.
Jürgen Schadeberg, manchmal auch "Vater der südafrikanischen Fotografie" genannt, ist eine wichtige Person in der südafrikanischen und internationalen Fotografie. Sein Hauptwerk, zu dem mehr als 100.000 Negative gehören, zeigt einen Reichtum an zeitlosen Bildern mit Symbolcharakter. Jürgen Schadeberg, dessen jüngstes Buch, ein Rückblick über 60 Jahre Arbeit im Feld der Fotografie, gerade erschienen ist, arbeitet heute an weiteren fotografischen Projekten, Büchern und Ausstellungen und vergrößert stetig sein Archiv von mit der Hand entwickelten Silberdrucken. (Quelle: ARTE)